Moin!
Am Ende der Woche werfe ich noch mal einen Blick auf die Situation auf den Heizölmärkten.
Regionale Unterschiede
Heizöl wird gerade … what the fuck is gerade „gerade“ … etwas günstiger. Wir müssen ja echt sehen, wie gut wir es noch hatten, als der Trump noch nicht in den Iran getrampelt ist. Wie schön war die Zeit im Februar und März. Gut, ich habe mal geschaut, was man heute für 10.000 Liter Heizöl zahlen müsste. In Kiel liegt der Kurs bei 14.400 Euro, in Würzburg 13.360 Euro, in Magdeburg 14.600 und in Görlitz 14.350 Euro (jeweils inkl. MwSt.) Dabei muss dringend ein Auge auf die Lieferzeiten geworfen werden. Einige Kurse beziehen sich auf einen Lieferzeitpunkt irgendwann im Mai. Da es bis dahin durchaus noch einige kalte Tage geben kann, solltet Ihr rechtzeitig planen, sonst müsst Ihr abends mit Schal und Mütze Fernsehen gucken.
„Dicke Hose“ an der Meerenge
Die Kurse sind zuletzt leicht gefallen, insgesamt ist die Lage aber noch reichlich wackelig. Aktuell haben wir zwar so etwas wie eine brüchige Waffenruhe, aber der Iran möchte nicht, dass Israel abseits dieser Vereinbarung in den Libanon feuert und nun ist sich keiner so richtig sicher, womit der Trump wieder aus dem Gebüsch knurren mag. Derzeit macht der Iran an der Meerenge von Hormus etwas auf „Dicke Hose“ und möchte nicht sämtliche Schiffe passieren lassen. Gestern hörte ich von der Idee von einem Limit auf 15 Schiffe pro Tag, dann wieder etwas von „nur aus bestimmten Nationen“. Und nun heißt es, dass der Iran den Einfall hatte, eine Art Wegezoll für die Passage durch die Meerenge von Hormus zu nehmen, die Rede ist von einem US-Dollar pro Barrel. Und nun mischt sich der Trump ein und findet die Sache mit dem Zoll gar nicht so übel. Er mag ja Zölle und vielleicht könnte man sich ja mit dem Iran in dieser Angelegenheit zusammen tun.
Allzu sehr Alarm geblasen
Andere Händler bringen ins Spiel, dass eine ganze Reihe von Förderanlagen und weiterer Logistik im Iran und weiteren Ländern in der Region beschädigt sind. Da ist bestimmt etwas dran, die Frage ist aber letztlich, wie stark die Anlagen tatsächlich beschädigt sind. Tja, und wem soll man das glauben? Ich nehme die bisherigen Infos nur eingeschränkt für bare Münze, vor allem dann, wenn allzu sehr Alarm geblasen wird. Denn wer hat letztlich ein Interesse daran, die Lage als „nicht so schlimm“ darzustellen? Eigentlich doch niemand. Wenn ich ein Scheich am Persischen Golf wäre, dann würde ich ganz laut über Produktionsausfälle und fehlenden Mengen klagen. Denn so würde ich die nachgelagerte Produktionskette und auch die Verbraucher nervös machen und auf diesem Wege ihre Zahlungsbereitschaft erhöhen. Das kennen wir doch aus den Coronazeiten, als das Klopapier bei den Discountern ausverkauft war.
Heiße Schlagzeile
Und auch den Journalisten kann ich nicht durchweg vertrauen. Letztlich wissen wir, dass die Aufmerksamkeit des Publikums oft umso größer ist, je dramatischer die Nachricht ist. Von daher sind Schlagzeilen mit einem „Halb so wild“ seltener als „Noch mehr Tote“. Zur Ehrenrettung … es ist durchaus auch mal ganz gut, etwas über das Extremszenario zu erfahren, mir fehlt in der Berichterstattung aber auch die „Kann auch glimpflich ausgehen“-Variante. (Gerade kommt ein Kollege ins Büro und meint: „Bei Elektro-Mobilität trifft das nicht zu, da schreiben die Medien oft positiver als es die Faktenlage hergibt“. – Nun gut, das kann ich jetzt nicht beurteilen.).
Elend nicht vom Tisch
Was sagt uns das? Die Lage bleibt undurchsichtig und das Elend ist noch nicht vom Tisch. Die Kurse könnten in nächster Zeit noch einmal kräftig steigen oder allmählich fallen. Wichtig ist, dass Euer Tank nicht unvermittelt leer ist. Im Zweifel vielleicht in verschiedenen Tranchen kaufen? Und natürlich: Täglich die Märkte beobachten.
Alles Gute
Uwe
(cattle)









