Schlachtviehmärkte: „Talfahrt“

Erntearbeiten im Kopf

Auf den deutschen Märkten für Schlachtbullen und Schlachtkühe sieht es aktuell doch recht mau aus. Wenn wir uns die Angebotsseite anschauen, so fällt doch auf, dass Mäster und Milchviehhalter verhalten anbieten. Dies wird einerseits sicherlich auch mit den laufenden Erntearbeiten zu erklären sein. Die Leute stecken mit dem Kopf in der Ernte und da werden Vermarktungsangelegenheiten in Richtung Schlachthaken doch um einige Tage verschoben, wenn dies möglich ist. Und außerdem ist das Angebot an Schlachtvieh knapp, will sagen: Auch, wenn man als Landwirt einige Tiere verkaufen möchte, so fehlt es auch in den Stallungen an Tieren.

Nahrungsmittelverarbeiter im Urlaub

Gut, bei den Schlachtkühen gibt es momentan eine besondere Entwicklung. Nachdem die Kurse bereits in den letzten Wochen etwas vor sich hindröppelten, haben sich zumindest regional einige Milchviehhalter noch fix dazu entschlossen, potenzielle Schlachtkühe schnell in Richtung Schlachthof zu vermarkten. Und schwupp – gaben die Kurse in der vergangenen Woche doch kräftiger nach, von einem Kursabschlag von -25ct/kg ist die Rede. Dies erklärt sich auch damit, dass die Nachfrage nach Verarbeitungsware an den Märkten nicht sonderlich groß ist. An den Produktionsstandorten der Nahrungsmittelverarbeiter sind die Werkstore geschlossen – Betriebsferien. Nun gehen auch die Nordrhein-Westfalen in die Schulferien, da passiert im Moment nicht allzu viel.

Nachfolger?

Parallel hört man ja immer wieder von Betriebsleitern, die ihre Produktion über kurz oder lang einstellen werden. Mal fehlt der Nachfolger, mal kommt man auch schon für sich selbst zu dem Schluss, dass es einfach keinen Sinn mehr macht, morgens in den Melkstand zu humpeln. Aber das ist ein anderes Thema.

Auch Holsteinkälber günstiger

Die Kurse für Schlachtbullen und die guten Schlachtfärsen geben leicht nach, wobei hier von einem Minus um Raum von minus 5 und minus 10ct/kg die Rede ist. Wir erleben hier nun doch das übliche Sommerloch auf diesem Markt für Braten, Steaks und Co, das Sommerloch, das uns im letzten Jahr und auch in 2024 so halbwegs erspart geblieben war. Die Verbraucher haben bei den hohen Temperaturen nicht so viel Lust auf die schweren Gerichte. Und mal ehrlich, das Preisniveau für Rindfleisch im Einzelhandel ist weiterhin anspruchsvoll. Das bremst die Verbraucher, das bremst den Handel. Die Kurse für Schlachtbullen bewegen sich nach wie vor auf einem hohen Niveau, im Gegensatz zu den Vorjahren haben Mäster für die aktuell in die Schlachtreife hineinwachsenden Bullen zu Mastbeginn zu hohen Kursen gekauft. Dies dämpft die Stimmung. Männliche Holsteinkälber werden zu Kursabschlägen im Raum von minus 25 Euro bezahlt und setzen ihre Abwärtsbewegung der Vorwochen fort. Auch Kreuzungstiere notieren unterhalb des Niveaus der Vorwoche.

Uwe

(cattle)

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Dr. Uwe Scheper, der Mann hinter cattle.de

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