Jetzt wird alles gut!
Vorbild DIW
Mit dem abgewandelten Konzept einer Übergewinnsteuer sollen jetzt die Milchmärkte gerettet werden. Hilfsmelker Waldemar Urps hatte kürzlich im Internet nach dem Fernsehprogramm gesucht und stieß bei seiner Suche auf die Internetseiten des DIW in Berlin. Das DIW hat einen Präsidenten und der ist Ökonom und heißt Prof. Dr. Marcel Fratzscher. Fratzscher befürwortet die Einführung einer Übergewinnsteuer im Energie- und Mineralölsektor, um krisenbedingte Sondergewinne von Unternehmen abzuschöpfen. Auf diese Weise sollen leistungslose Gewinne in Krisenzeiten abgeschöpft werden, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken.
„Leiste mehr als ich verdiene“
„Sozialer Zusammenhalt – prima“, dachte sich Hilfsmelker Waldemar Urps, „das passt doch allerbest, nur halt direkt umgekehrt“. Umgekehrt? Na klar, denn im Bereich der Milchviehhaltung wird seit Monaten mit Untergewinnen gearbeitet. So z.B. bei Milchviehhalter Werner B., dessen wahre Identität ich jetzt mal beiseite lasse. „Seit Monaten leiste ich mehr als ich verdiene“, erklärt Milchviehhalter, „ich erhalte jetzt 36 Cent pro Liter und bräuchte 65 Cent, um kostendeckend zu arbeiten“. In der Tat sind die Milchpreise in den vergangenen Monaten drastisch gefallen. Bei seinem Kollegen Gunter G. ist die Lage noch ernster: „Ich bräuchte 68 Cent, weil ich abends immer noch einmal extra zufege“. Gunter G. ist Diplomlandwirt und der weiß Bescheid.
Milchviehhalter optimistisch
Wie das nun genau ablaufen soll, ist noch ungeklärt. So ist offen, bis wann ein Gewinn noch ein echter Gewinn ist und ab wann von einem Untergewinn die Rede sein soll. Zudem stellt sich die Frage, ab wann dieser Untergewinn steuerrelevant ist. Zudem ist noch ungeklärt, mit welchen Steuersätzen gearbeitet werden soll und ob eine Steuerprogression für zusätzliche Gerechtigkeit sorgen kann. Hierzu sollen von offizieller Seite Arbeitsgruppen eingesetzt werden. Hilfsmelker Waldemar Urps wird wohl auch noch einmal bei Marcel Fratzscher anrufen, um die Dinge auf dem kurzen Dienstweg zu klären. Milchbauer Werner B. und sein Berufskollege Gunter G. sind optimistisch: „Das wird was – bestimmt!“
Uwe
(cattle) April, April 🙂









