5 Arbeitstage für Rattenjagd …

Moin!

Ich bin ja froh, dass die Welt einem doch täglich wieder Gelegenheit gibt, sich zu erstaunen und zu wundern. Nun habe ich gelesen, dass sich Schleswig-Holsteins Bauernverbandspräsident Klaus-Peter Lucht über die Idee einer verpflichtenden Fortbildung in Sachen Schadnagerbekämpfung geäußert hat. Die Meldung ist kurz, von daher stelle ich sie hier mal ein:

„Landwirtinnen und Landwirte belegen ihre Sachkenntnis im Bereich
der Schadnagerbekämpfung durch den Sachkundenachweis für Pflanzenschutzmittel und frischen diese alle drei Jahre wieder auf. Mit der geplanten zusätzlichen Pflichtfortbildung würde ein enormer Schulungsaufwand betrieben werden – ohne, dass die Umwelt oder der
Arbeitsschutz davon profitieren. Wir schlagen vor, statt einer fünftägigen speziellen Fortbildung ein praxisorientiertes Anwendermodul an die Pflanzenschutzmittel-Sachkunde anzukoppeln, in der die besonderen Notwendigkeiten bei der Schadnagerbekämpfung noch gezielter geschult
werden.“

Bauernverband Schleswig-Holstein: Pressemitteilung vom 24.03.2026

Nun, es liegt mir sicherlich fern, das oft gehörte „Hoho, die Bauern wissen doch alles und brauchen keine Schulung und die vom Amt sind eh doof“ anzustimmen. Die Zeiten sind vorbei, wo man irgendwo „in den Ecken“ und den „typischen Laufstrecken“ der Ratten eine aufgerissene Packung Rattengift platzierte und dann war gut. Sind Todfallen eigentlich noch erlaubt? Gut, an die rabiateren Methoden möchte ich hier und heute nicht mehr erinnern. Die Welt ist gewiss komplizierter geworden und ehrlich gesagt kann eine solche Fortbildung zu diesem Thema auch ganz spannend sein. Aber fünf Tage?? Hm, das erschließt sich mir noch nicht so ganz, fängt man da wieder von Null an? Na, da werde ich mal nachhaken.

Schwierig ist für mich der Weg, Landwirte und Landwirtinnen auf diese Weise für eine volle Arbeitswoche vom Hof zu holen. Die Schulungsangebote sind ja nicht immer „dicht bei“. Also fallen Fahrtkosten an. Und … man fehlt eine volle Woche auf dem Hof. Wow, und zudem habe ich gelesen, was Veranstaltungen dieser Art kosten. So finde ich auf der Interseite der DEULA Rendsburg – ich habe dort auch schon mal einen Lehrgang absolviert, zudem … allerbestes Essen in der Mensa – ein Angebot über ein dreitägiges Seminar „Präsenzschulung, 30 Unterrichtsstunden, Prüfung“ zum Preis von 589,00 Euro. Ob sich dieses Angebot mit Unterkunft und Vollverpflegung versteht, habe ich auf der Seite noch nicht entdecken können. Also … das ist nicht ohne!

Von daher finde ich den Vorschlag vom Klaus-Peter Lucht zunächst mal ganz gut. In der Kombi mit dem Pflanzenschutzschein schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und dann ist man damit durch. Öh, so nebenbei: muss dieser Schein eigentlich jährlich aufgefrischt werden? Das kann dann ja ein ziemlicher Rattenschwanz werden (okay, ein fader Wortwitz, aber der passt hier wirklich).

Warten wir ab, wie sich die Dinge entwickeln. Hinterlasst Eure Meinung gerne hier oder schreibt mir eine Nachricht per mail.

Uwe

(cattle)

Und hier sind die Lehrinhalte, die ich hier – exemplarisch von der Seite der DEULA in Rendsburg – eingearbeitet habe:

Grundkenntnisse der Toxikologie und Ökotoxikologie
Kenntnisse der einschlägigen Rechtsvorschriften
Kenntnisse über die Wirkungen der jeweiligen Biozid-Produkte auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt
Kenntnisse über die Ermittlung und Einschätzung der Zielbereiche und Zieltierarten für den Einsatz von Biozid-Produkten
Kenntnisse und Fertigkeiten für einen nachhaltigen, risikominimierenden Einsatz der jeweiligen Biozid-Produkte
Kenntnisse über die Möglichkeiten, einem Befall vorzubeugen, und alternativer Verfahren zur Schädlingsbekämpfung und die entsprechenden Fertigkeiten
Kenntnisse und Fertigkeiten zur Dosierung und Ausbringung
Kenntnisse zur Erfolgs- und Wirksamkeitskontrolle
Kenntnisse zur fachgerechten Entsorgung
Verhalten von Ratten in der Kanalisation
Verhalten und Biologie von Nagern
Bekämpfung von Nagetieren (inkl. integrierte Schädlingsbekämpfung und Resistenzmanagement)
Wirkungsweise von Rodentiziden (speziell Antikoagulanzien)
Gefahren und Risiken bei der Verwendung von Rodentiziden für Menschen und die Umwelt und Techniken zur Risikominderung (speziell Primär- und Sekundärvergiftung von Nicht-Zieltieren und deren Vermeidung, Umgang mit PBT/vPvB-Stoffen)
Anwendungstechnikgen / Vorgehensweise und Dokumentation

Quelle: https://www.deula.de/standorte/deula-rendsburg/lehrgaenge?singlev=841

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Dr. Uwe Scheper, der Mann hinter cattle.de

Hallo! Ich bin Uwe.

Ich betreibe cattle.de bereits seit 1999 und es ist damit das wahrscheinlich älteste Onlinemagazin speziell für Rinderhalter.

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