Raus mit den Kühen. CATTLE war beim Weideaustrieb auf dem Betrieb Tobian/Göttsche dabei. Endlich wieder frischer Wind um die Nase. Kuh und Mensch haben sich gefreut! Und hier gibt es Videos, Informationen und ganz am Ende dieses Beitrags einen Schwung rasanter Bilder!
Kühe geben Gas auf Gras
Am Samstag (04.04.2026) wurden bei den Tobians in Stohl bei Kiel die Kühe rausgelassen. Ich habe meine Kühe ja auf zwei Betrieben stehen und so komme ich in diesem Jahr gleich zweimal in den Genuss, diesen schönen Moment gleich zweimal zu erleben. Für die Kühe ist es immer wieder toll, mal wieder richtig Gas zu geben und auf der Weide zu balgen und zu toben.
Vor- und Nachteile
Zumeist bleiben die Kühe nicht den gesamten Tag auf der Weide. Na logo genießen es die Tiere, mal richtig in Kuh-Manier über die Fläche zu kacheln und etwas zu grasen. Das kennen wir Menschen ja auch, „einfach mal vor die Tür und durchpusten lassen“. Weidegang hat für die Kühe viele Vorteile, aber es müssen auch einige Dinge beachtet werden. Wer seine Kühe auf die Weide lässt, muss eine ganze Reihe von Dingen im Gesundheits- und Fütterungsmanagement auf seinem Betrieb bedenken.
Weiches Bett und gute Mahlzeit
Oft – zumindest ist das meine Beobachtung auf anderen Betrieben – verziehen sich viele Kühe nach einer gewissen Zeit wieder in ihre Stallungen. Das betrifft vor allem Betriebe, die ihre Stallungen top in Schuss haben. Da geht es den Menschen ja oft auch ähnlich. Wir liegen gerne mal am Strand oder auf einer Wiese herum und genießen die Natur. Aber dann freuen wir uns auch irgendwann auf unser weiches Bett und eine gute Mahlzeit aus der heimischen Küche. Und bei den Tobians ist das prima gelöst, sogar ich bin da ja gern im Stall :-).
Gut, hier sind einige Videos vom Weidesaustrieb und einige Bilder werden auch noch folgen.
„Doc CATTLE: Weidegang und Fitness von Milchkühen – was sagt die Praxis?“
Der Weideaustrieb gehört zu den eindrucksvollsten Momenten im landwirtschaftlichen Jahr – nicht nur optisch, sondern auch aus tiergesundheitlicher Sicht. Zahlreiche Untersuchungen und Praxiserfahrungen zeigen, dass sich regelmäßiger Weidegang in vielerlei Hinsicht positiv auf die Fitness von Milchkühen auswirkt.
Ein zentraler Punkt ist die Bewegung. Kühe auf der Weide legen deutlich größere Strecken zurück als im Stall. Das stärkt Muskulatur und Kondition und sorgt für eine insgesamt bessere körperliche Stabilität. Gleichzeitig wirkt sich der weiche Untergrund günstig auf Klauen und Gelenke aus. Die Belastung ist gleichmäßiger, das Risiko für Lahmheiten und Klauenerkrankungen sinkt spürbar.
Auch der Stoffwechsel profitiert vom Weidegang. Frisches Gras bringt eine andere Nährstoffzusammensetzung mit sich als konservierte Futtermittel. Dies kann sich positiv auf die Pansenfunktion und das Immunsystem auswirken, auch wenn die schwankende Futterqualität auf der Weide ein gewisses Management erfordert.
Nicht zu unterschätzen ist zudem der Einfluss auf das Verhalten der Tiere. Auf der Weide können Kühe ihrem natürlichen Bewegungs- und Sozialverhalten nachgehen – sie grasen, laufen, ruhen und interagieren in der Herde. Das führt nachweislich zu geringeren Stresswerten und trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei.
Allerdings ist Weidegang kein Allheilmittel. Höhere Bewegungsaktivität bedeutet auch einen gewissen Energieverlust, und Witterungseinflüsse oder Parasiten können zusätzliche Herausforderungen darstellen. Gerade bei Hochleistungskühen stößt die reine Weidehaltung daher an Grenzen.
In der Praxis zeigt sich deshalb häufig ein kombinierter Ansatz als sinnvoll: Stallhaltung mit gezieltem Weidegang verbindet die Vorteile beider Systeme – Leistungsfähigkeit und Tierwohl.
Der Weideaustrieb ist damit nicht nur ein schönes Bild für Außenstehende, sondern auch ein wichtiger Baustein für robuste, gesunde Kühe.
Uwe
(cattle)









