Thema Abkalbung: „Mehr Ruhe für die Kuh“

Moin!

Heute ist mir bei Blättern im den agrarischen Fachblättern das Thema „Abkalbebuchten“ so quasi auf die Knie gefallen. Da gibt es aktuelle Ergebnisse und Praxiserfahrungen aus der InnoRind. Bei der InnoRind handelt es sich um das Verbundprojekt „Innovationsnetzwerk Rind“ – kurz: InnoRind. Weitere Informationen zu diesem Projekt findest Du z.B. hier: https://www.uni-kiel.de/de/aef/forschen/forschungspraxis/innorind .

Spezielle Abkalbebereiche

Nun aber zum Thema. Wer ehrlich ist, der hat Kalbungen schon unter allen möglichen Gegebenheiten erlebt, zumindest dann, wenn er etwas mit Kühen zu tun hat oder gehabt hat. In verschiedenen Projekten versucht man ja schon Jahren bzw. Jahrzehnten, diesen zentralen Moment der Milchproduktion – und erst recht im Leben eines Tieres – so schonend wie möglich zu gestalten. Das ist zentral und wichtig, wie gut, dass sich das Einrichten von speziellen Abkalbebereichen mehr und mehr durchsetzt. Man muss sich ja wirklich wundern, wie die Tage rund um die Kalbung früher verliefen.

Stoffwechsel- und Infektionserkrankungen

Dr. Imme Dittrich hat hierzu im Bauernblatt einen Artikel geschrieben. Der Beitrag ist überschrieben mit „Abkalbe-Separees: Mehr Ruhe für die Kuh“ und Dittrich ist Fachbereichsleiterin Rinderhaltung beim LVZ Futterkamp (Schleswig-Holstein). Sie unterstreicht in ihrem Text ganz deutlich, dass die Tage um die Abkalbung zu den sensibelsten Phasen im Leben einer Milchkuh gehören. Dabei geht es nicht nur um die Schmerzen und das weitere Ungemach, mit denen die Kalbung verbunden ist. Es geht auch um die massiven Veränderungen im Hormonhaushalt einer Kuh. Und der Praktiker weiß, dass es in dieser Phase nicht nur um die Perspektive „Die Kuh soll es gut haben“, sondern auch um den Geldbeutel geht. Eine gut und schonend gemanagte Kalbung in geeigneter Umgebung reduziert das Risiko von Stoffwechsel- und Infektionserkrankungen – sowohl bei der Kuh als auch beim Kalb. Also Augen auf, hier besteht also Kontroll- und sicherlich auch immer mal wieder Handlungsbedarf.

Sichtschutz, Platzangebot, Buchtenstruktur

Dittrich berichtet von drei unterschiedlichen Konzepten, die an den Standorten Karkendamm, Futterkamp und Gut Dummerstorf durchgeführt wurden. Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber einen Punkt kann man gewiss festhalten: Gruppenabkalbebuchten mit speziellen Rückzugsbereichen können das Tierwohl und damit sicherlich auch das ökonomische Ergebnis auf Milchviehbetrieben verbessern. In den Untersuchungen wurde hier an einer ganzen Reihe von Stellschrauben gedreht: Sichtschutz, Platzangebot, Buchtenstruktur und bestimmt auch die Zahl der Tiere (gehe ich mal von aus). Und klar, noch eins: Kuh ist nicht gleich Kuh, gerade in der Zeit rund um die Kalbung zeigt sich, dass es auch unter Kühen ziemliche charakterliche Unterschiede gibt. Ja, auch das wissen alle, die mit Kühen zu tun haben. Aber manchmal haben wir so viele Dinge im Kopf, dass wir das auch mal vergessen. Von daher ist eine gute Planung rund um die Kalbung eine wesentliche Voraussetzung für eine Minimierung von Geburtsstress – für die Kuh, für das Kalb und logo … auch für einen selbst.

Leider befindet sich der Artikel beim Bauernblatt derzeit noch hinter der Paywall, aber googelt mal oder hakt beim LVZ Futterkamp direkt nach.

Alles Gute

Uwe

(cattle)

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Dr. Uwe Scheper, der Mann hinter cattle.de

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Ich betreibe cattle.de bereits seit 1999 und es ist damit das wahrscheinlich älteste Onlinemagazin speziell für Rinderhalter.

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